Thema des Tages: Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)


Datum 07.09.2026



Ab etwa 1800 setzten in den verschiedenen Staaten meteorologische Entwicklungen hin zu nationalen meteorologischen Diensten ein. Schwerpunkt dieses Beitrages bilden ausgewählte Länder außerhalb Europas mit Fokus auf Asien und Ozeanien.

Im letzten Thema des Tages zur Geschichte der Meteorologie wurde die Gründung und Etablierung nationaler meteorologischer Institute, die als Vorläufer nationaler Wetterdienste gelten, im europäischen Raum beleuchtet. In diesem Beitrag folgen ausgewählte Länder im asiatischen und pazifischen Raum.

Mit Ausnahme von Jerusalem begannen systematische meteorologische Messungen in Vorderasien im Vergleich zu anderen Regionen Asiens relativ spät. Im damals zum Osmanischen Reich gehörenden Jerusalem starteten 1846 systematische Niederschlagsmessungen, ab 1865 liegen Temperaturmessungen vor. Militärstationen erweiterten im Osmanischen Reich meteorologische Messungen, so ab 1915 in Beirut und ab 1918 in Bagdad. Die erste Wetterstation im Oman auf der Arabischen Halbinsel wurde in Maskat 1893 eröffnet. Im Iran wurde 1919 wissenschaftliche Meteorologie an der landwirtschaftlichen Barzegaran-Schule in Karadsch nahe Teheran gelehrt, dort 1928 ein meteorologisches Büro eingerichtet und 1929 erste systematische Beobachtungen getätigt. In Zentralasien (dem russischen Generalgouvernement Turkestan) begannen systematische Messungen 1879 in Almaty (heute Kasachstan).

Indien war lange Zeit Teil des Britischen Weltreiches. Die Britische Ostindien-Kompanie errichtete astronomische Observatorien, das erste 1792 in Madras (Chennai). Dort wurden zwischen 1793 und 1796 regelmäßig meteorologische Messungen durchgeführt, die als die ersten meteorologischen Messungen im modernen Indien gelten. Neben der Ostindien-Kompanie errichteten auch der Maharadscha von Travancore 1842 ein Observatorium. In den Provinzen wurden im 19. Jahrhundert kleinere Messstationen aufgebaut, die vorwiegend Niederschläge, aber auch andere meteorologische Parameter aufzeichneten. Auch im gebildeten Bürgertum gab es durch Professoren, Geographen, Mediziner, Armeeoffiziere, Seeleute und sogar christlichen Missionaren meteorologische Aufzeichnungen. Der britische Gelehrte, Orientalist und Numismatiker James Prinsep (1799−1840) führte zwischen 1824 und 1826 systematische Wetteraufzeichnungen in Benares (Varanasi) durch und organisierte nachfolgend zeitgleiche Aufzeichnungen in Benares, Kalkutta (Kolkata), Madras und anderen Orten. Er untersuchte auch den Luftdruck über Indien. Der britische Schiffskapitän Henry Piddington (1797−1858) untersuchte als Vorsitzender der Marine-Untersuchungsgerichte in Kalkutta anhand von Schiffsschäden, Schiffslogbüchern und Aufzeichnungen verschiedener Stürme deren Struktur. Er stellte fest, dass Stürme ein ruhiges Zentrum hatten und dass die Winde um dieses Zentrum herum auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn wehten. In seinem Werk The Horn-Book for the Law of Storms for the Indian and China Seas führte er 1848 den Begriff „Zyklon“ ein, der sich vom griechischen Wort κύκλος (kyklos, was „Kreis“ oder „Ring“ bedeutet) ableitet und auf der spiralförmigen Natur der Winde basiert. 1852 wurde dem Verantwortlichen der Großen Trigonometrischen Vermessung Indiens, dem indischen Mathematiker Radhanath Sikdar (1813−1870), als erstem Inder die Leitung des astronomischen Observatoriums Kalkutta übertragen. Er veranlasste dort stündliche meteorologische Beobachtungen und die Reduktion des Luftdrucks. Ihm gelang per Triangulation auch die erste Höhenbestimmung von Peak XV im Himalaya und er stellte fest, dass dieser wahrscheinlich der höchste Berg der Welt sei (später genannt Mount Everest).

Radhanath Sikdar (Quelle https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Radhanath_Sikdar_1941.jpg)

Radhanath Sikdar, Quelle: The Modern Review, 1941, Kalkutta, über Wikimedia Commons

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Der britische Paläontologe und Meteorologe Henry Francis Blanford (1834−1893) untersuchte die Auswirkungen eines Zyklons, der 1864 Ostindien traf und 70.000 Opfer forderte. Er wurde zum 1867 zum meteorologischen Berichterstatter der Provinz Bengalen bestellt. 1874 wurden alle meteorologischen Beobachtungen der mittlerweile 80 Observatorien und der Messstationen der verschiedenen Provinzen unter dem Dach des India Meteorological Departments (IMD) in Kalkutta organisiert. Erster kaiserlicher meteorologischer Berichterstatter wurde 1875 Blanford. Er führte einheitliche Messstandards in allen Beobachtungsstationen ein und errichtete 1877 ein zentrales Observatorium in Alipore in Kalkutta. Das IMD verlegte sein Hauptquartier 1905 nach Shimla, einem kühleren Ort in Nordindien auf 2100 m Höhe, 1928 nach Poona (Pune) und schließlich 1944 nach Neu-Delhi.

In China wurden viele meteorologische Instrumente entwickelt und Niederschlagsmessungen über Bambusrohre reichen weit zurück. Erste Temperatur- und Windmessungen wurden Ende des 17. Jahrhunderts während einer Expeditionsreise durch Cuninghame durchgeführt (siehe Teil 8 der Serie zur Geschichte der Meteorologie). Von 1757 bis 1762 maß der französische Jesuitenmissionar, Astronom, Sinologe und Historiker Joseph-Marie Amiot (1718−1793) in Peking zweimal täglich Luftdruck, Bewölkung, Luftfeuchtigkeit und Windrichtung und hielt das Auftreten von Sturmereignissen fest. Eine kurze Beobachtungsreihe in Peking (von Dezember 1830 bis Juni 1831) wurde von dem russischen Astronomen Georg Albert Fuss (1806−1854) durchgeführt, der 1830 die russische Gesandtschaft in Peking begleitete. Ab dem 1. Januar 1841 führte diese Mission regelmäßige Messungen durch. Ab 1849 wurden in der mit Zustimmung der russischen Mission errichteten Sternwarte in Peking bis 1883 magnetische und meteorologische Messungen durchgeführt. Im Jahr 1873 errichteten die Jesuiten eine meteorologische Beobachtungsstation in der Nähe von Shanghai. Der chinesische Zolldienst beteiligte sich am Aufbau eines Netzwerks von Wetterstationen im Tal des Jangtsekiangs. Von der Station Wuhu in Anhui liegen ab 1880 meteorologische Messungen vor. Der Schweizer Jesuitenpriester und Meteorologe Marc Dechevrens (1845−1923) wurde 1875 Leiter des Observatoriums Zikawei (heute Xujiahui in Shanghai). Sein Interesse galt Taifunen. 1879 tangierte ein Taifun Shanghai, den Dechevrens aus Stationsmeldungen und Schiffslogbüchern analysierte. Er erkannte daraus die spiralförmige Struktur und das Auge des Wirbelsturms. Er baute ein Küstenstationsnetz auf, das unter britische Verwaltung geriet, mit deren Meldungen er Taifune prognostizierte. Er publizierte jährlich eine Zusammenfassung über aufgetretene Taifune im Ostchinesischen Meer. 1882 gab Dechevrens die erste Taifunwarnung für die chinesische Küste heraus. Neben den Jesuiten betrieben vor allem ausländische Kräfte meteorologische Messungen. Das Deutsche Kaiserreich gründete 1898 ein meteorologisches Observatorium in Tsingtau (Qingdao), welches die deutsche Marine betrieb. Einzelne Persönlichkeiten aus Industrie und Landwirtschaft, die den Nutzen von meteorologischen Erkenntnissen erkannten, trieben die Meteorologie Chinas voran. Der chinesische Industrielle Zhang Jiao (1853−1926) richtete so 1905 eine Wetterstation in Junshan in Nantong nördlich von Shanghai ein, die ab 1918 ihre gesammelten Daten mit denen anderer Stationen austauschte und damit in Konkurrenz trat zu Daten der Jesuiten aus Zikawei und denen aus Qingdao, das von den Japanern 1914 besetzt wurde und dessen Kontrolle zwischen 1918 und 1931 von der chinesischen Regierung beansprucht wurde. 1928 erfolgte die Gründung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (Academia Sinica) in Nanking (Nanjing). Ein dortiges Meteorologisches Institut wurde 1929 unter der Leitung des chinesischen Geologen und Meteorologen Chu Coching oder auch Zhu Kezhen (1890−1974) eingerichtet. Er gilt als Begründer der modernen Meteorologie in China. Er veröffentlichte Arbeiten zu Taifunen.

Zhu Kezhen (竺可桢) (Quelle https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zhu_Kezhen.jpg)

The Zhu Kezhen (竺可桢), Quelle: Who's Who in China 3rd edition (Seite 223), The China Weekly Review, 1925, Shanghai (中国名人录 第三版,上海密勒氏评论报,1925年, 223页), über Wikimedia Commons

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In den Wirren des Bürgerkriegs wurde dessen Sitz nach Taiwan verlegt. 1949 wurde das Büro für Meteorologie der Volksrevolutionären Militärkommission der Zentralen Volksregierung in Peking gegründet.

In Tibet wurden über Jahrhunderte, wenn die Trockenheit zu stark war, aus buddhistischen Ritualen Regen über Regentänze beschworen. Lange Zeit war es für Ausländer nahezu unzugänglich. Erste vorübergehende meteorologische Messungen wurden auf der Deutschen Tibet-Expedition 1939 durch den deutschen Geophysiker Karl Wienert (1913−1992) vorgenommen. In Osttibet versuchten die Chinesen 1939, in Außenposten meteorologische Messungen vorzunehmen, die allerdings schnell isoliert waren. Erste systematische Wetteraufzeichnungen in Lhasa fanden unter chinesischer Administration 1956 statt. Auf der Insel Taiwan (Formosa) wurden 1896, unter japanischer Verwaltung, an fünf Stationen systematische Messungen aufgenommen und das meteorologische Observatorium Taipeh gegründet. Die Zentrale Wetterbehörde wurde 1941 in Chongqing auf dem Festland gegründet und 1949 zusammen mit der Kuomintang-Regierung nach Taipeh verlegt. In Hongkong wurde unter der Verwaltung des aus Irland stammenden Kolonialadministrators George Bowen (1821−1899) 1883 das Hongkong-Observatorium gegründet. Erster Direktor wurde der dänische Astronom und Meteorologe William Doberck (1852−1941). Bowen ordnete auch den Bau von Taifun-Schutzhütten an. In Macao wurden 1861 erstmals Wetterbeobachtungen aufgezeichnet. Bis 1952 war die portugiesische Marine für die Messungen verantwortlich, danach ging sie auf die Regierungsinstitution des meteorologischen und geophysikalischen Dienstes über.

In der Mongolei begannen systematische Messungen 1936 mit Gründung des Meteorologischen und Hydrologischen Dienstes.

Für lange Zeit war Japan isoliert von technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften des Westens. Mitte des 19. Jahrhunderts kam Japan in Kontakt mit der europäischen Kultur. Erste instrumentelle meteorologische Beobachtungen wurden 1862 in Yokohama, 1872 in Hakodate auf Hokkaido und 1875 in Tokio (Tokyo) organisiert. Letzteres gilt als Gründungsdatum des meteorologischen Observatoriums in Tokio. Die Tokioter Meteorologische Gesellschaft wurde 1882 gegründet und 1888 in Große Japanische Meteorologische Gesellschaft umbenannt. Erster Direktor wurde der japanische Marinemagistrat Ikonosuke Arai (1836−1909). 1883 begannen die Erstellung und Verbreitung täglicher Wetterkarten, 1884 wurden dreimal täglich landesweit Wettervorhersagen erstellt. Bis 1900 wuchs das Beobachtungsnetz auf 80 Stationen. Gut bezahltes wissenschaftliches Personal lieferte Beobachtungen in guter Qualität wie beispielweise die Aufzeichnungen verschiedener Stürme. 1901 gab der japanische Meteorologe Takematsi Okada (1874−1956) das meteorologische Buch „Moderne Meteorologie“ heraus. 1935 wurden erste Sturmwarnungen veröffentlicht.

In Korea fanden im 15. Jahrhundert systematische Niederschlagsmessungen statt (siehe Teil 5 der Serie zur Geschichte der Meteorologie). Im 1818 erschienenen astronomischen Werk Seongwanji wird auch auf die Wetterbeobachtung eingegangen. 1883 wurden durch die Joseon Maritime Customs systematische Wetteraufzeichnungen in Incheon, Wonsan und Busan vorgenommen. 1904 wurden diese durch das Meteorologische Observatorium in Japan kontrolliert. Korea wurde im Folgejahr zu einem japanischen Protektorat. Weitere Wetterstationen wurden 1907 einerseits durch den japanischen Administrator von Korea und andererseits durch das Koreanische Reich selbst, unter anderem in Pjöngjang, initiiert. 1910 wurden alle meteorologischen Beobachtungen über die japanische Administration von Korea koordiniert. 1945 gingen diese auf die US-Administration über. 1949 wurde das Nationale Zentrale Meteorologische Observatorium in Seoul im Bereich des Bildungsministeriums gegründet.

In Thailand wurde die Wissenschaft der Meteorologie 1905 durch den siamesischen Admiral und Mediziner Abhakorn Kiartiwongse (1880−1923) der Königlichen Siamesischen Marine eingeführt. 1912 wurde die Bedeutung der Meteorologie für die Navigation der Schiffe erkannt und in der Folge ein erstes meteorologisches Lehrbuch auf Thai veröffentlicht. 1923 wurde ein erster meteorologischer Dienst, die Abteilung für Meteorologie und Statistik, gegründet und dem Amt für Gewässerkunde im Bereich des Landwirtschaftsministeriums angegliedert. Es wurden Beobachtungsstationen in vielen Provinzen aufgebaut, um Temperatur- und Niederschlagsdaten aufzuzeichnen. Letztere wurden zur Konstruktion von Wehren zur Kontrolle von Hochwasser benötigt. 1928 wurde die meteorologische Ausbildung von Marineoffizieren an ausländische Hochschulen fortgesetzt. Nach Rückkehr der ersten Absolventen wurde ein richtiges meteorologisches Messnetz aufgebaut. 1936 wurde die Abteilung für Meteorologie und Statistik dem Hydrographischen Dienst der Königlichen Thailändischen Marine zugeordnet und in Meteorologischen Dienst umbenannt.

In Indochina (heute Vietnam, Kambodscha und Laos), damals eine Kolonie Frankreichs, fanden 1867 am Militärkrankenhaus in Saigon erste instrumentelle Wetteraufzeichnungen statt. 1877 folgten weitere Aufzeichnungen in Hải Phòng (im Norden Vietnams) und 1882 in Hue (in der Mitte Vietnams). 1898 wurde der Service Météorologique in Indochina gegründet und meteorologische Messungen auf das ganze Kolonialgebiet ausgeweitet. Erster Leiter wurde der französische Mathematiker Claude-Jean-Baptiste Ferra (1857−nach 1908). 1902 gründete die französische Kolonialverwaltung das Observatorium Phù Liễn bei Hải Phòng, an welchem ab 1904 meteorologische Beobachtungen starteten. Das Observatorium diente als meteorologische Zentralstation, um Wettervorhersagen für die Landwirtschaft und für die Schifffahrt zu erstellen. Es war auch zuständig für Sturmwarnungen, wenn im Südchinesischen Meer ein Taifun auftrat. 1906 bestand in Indochina ein Messnetz aus 16 Stationen. 1926 erfolgte eine Umorganisation des meteorologischen Dienstes in das neu gegründete Büro für Klimatologie und Agrarmeteorologie.

Wetterphänomene und Naturgefahren wurden vor Erlangung wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Einführung von Messinstrumenten aus europäischen Ländern auf den Philippinen aus einer religiösen Perspektive verstanden. Erste meteorologische Messungen auf den damals zu Spanien gehörenden Philippinen starteten ab 1865. Der spanische Mathematiker und Physiker Francisco Colina (1837−1893) betrieb eine primitive Wetterstation in Manila, in dem er ein Thermometer, ein Hygrometer, ein Barometer und ein Anemometer in einem verlassenen Taubenhaus aufhängte und zwei- bis dreimal täglich Messwerte notierte. Im selben Jahr wurde ein Taifun untersucht, der Manila traf, dabei wurden teils stündlich Wetteraufzeichnungen vorgenommen. Dies gab den Ausschlag für die Errichtung eines Observatoriums in Manila (Observatorio Meteorológico de Manila) durch die Jesuiten-Mission. 1867 übernahm der spanische Jesuitenpriester und Mathematiker Federico Faura (1840−1897) die Leitung des Observatoriums. Weitere Messinstrumente wurden erworben, darunter 1869 ein Meteorograph, welcher rund um die Uhr aufzeichnete. 1879 gab Faura die erste Taifunwarnung heraus. Ab 1880 wurden weitere meteorologische Beobachtungsstationen auf den Philippinen in Betrieb genommen. 1884 verfügte die spanische Regierung, dass das Observatorium Manila zur offiziellen philippinischen Institution für Wettervorhersagen wurde. Ab 1885 wurden am Observatorium weitere Services wie die Zeitfestlegung sowie seismologische und astronomische Studien angeboten. 1897 veröffentlichte der spanische Jesuitenpriester, Astronom und Meteorologe José María Algué (1859−1930) das erste Buch über Taifune auf den Philippinen und stellte einen Barocyclonometer vor, eine Weiterentwicklung eines Aneroidbarometers, welcher die Bestimmung des Zentrums eines Taifuns und die Vorhersage der voraussichtlichen Zugbahn erlaubte. Nach Übernahme durch die Vereinigten Staaten 1898 erkannte die koloniale US-Administration 1901 das Observatorium Manila als philippinisches Wetterbüro an. 1908 wurde die erste Wetterkarte des Fernen Ostens publiziert.

Erste meteorologische Messungen von Temperatur und Niederschlag in Singapur, damals Teil des britischen Territoriums Straits Settlements, wurden zwischen 1820 und 1823 durch den britischen Administrator William Farquhar (1774−1839) durchgeführt. Die offizielle Erfassung von Wetterdaten in Singapur begann 1869 auf Initiative der Medizinischen Abteilung der Straits Settlements, deren ursprüngliches Ziel darin bestand, einen möglichen Zusammenhang zwischen der Ausbreitung von Krankheiten und dem lokalen Wetter zu untersuchen. In diesem Jahr wurde in Outram eine Wetterstation eingerichtet, um die monatlichen Niederschlagsmengen zu messen. Die Verantwortung für die Erhebung von Wetterdaten wurde 1927 einer neuen meteorologischen Abteilung unter dem malaiischen Vermessungsamt übertragen. Diese wurde 1929 zum Malayan Meteorological Service und erhielt neue Aufgaben zur Bereitstellung meteorologischer Dienste für ganz Britisch-Malaya. Im selben Jahr wurde auf dem Mount Faber eine neue Wetterstation errichtet, die zusätzlich mit der Erfassung von Temperaturdaten betraut wurde, womit die offiziellen Temperaturaufzeichnungen Singapurs begannen. Mit der Unabhängigkeit Singapurs von Malaysia im Jahr 1965 löste sich das Beobachtungsnetzwerk in Singapur vom Malayan Meteorological Service und wurde zum Meteorological Service Singapore.

Erste systematische Messungen in Indonesien, damals Niederländisch-Indien, wurden ab 1841 individuell im Botanischen Garten in Bogor auf Java durch den Leiter des örtlichen Krankenhauses, den niederländischen Mediziner Pieter Loth Onnen (1811−1865), durchgeführt. 1844 und 1845 führte ein defektes Barometer zur vorübergehenden Unterbrechung seiner Messreihe. 1864 wurden die Messungen nach Batavia (heute Jakarta) verlegt. 1866 wurde das Magnetische und Meteorologische Observatorium in Batavia in Betrieb genommen und damit eine staatliche meteorologische Behörde gegründet. Erster Direktor wurde der niederländische Mathematiker Pieter Adriaan Bergsma (1830−1882). 1879 wurde ein Niederschlagsmessnetz auf Java aufgebaut.

In Australien finden noch heute Traditionen der Wetterbeobachtung und mythologischen Wetterdeutung der indigenen Bevölkerung Beachtung. Von verschiedenen Stämmen der Aborigines und Torres Strait Islanders sind saisonale Kalender überliefert, die je nach Klimazone zwischen zwei und 13 Jahreszeiten unterscheiden. Erste moderne landbasierte Beobachtungen in den damaligen britischen Kolonien führte der britische Astronom und Linguist der Aborigines-Sprachen William Dawes (1762−1836) zwischen 1788 und 1791 in der Bucht von Sydney durch. Der britische Offizier, Kolonialadministrator und Astronom Sir Thomas Brisbane (1773−1860) veranlasste den Bau des ersten Observatoriums in Parramatta in New South Wales, welches 1821 eröffnet wurde. Regelmäßige Wetteraufzeichnungen wurden in Adelaide in Südaustralien ab 1839 durchgeführt. Erste Wetteraufzeichnungen an einem Observatorium in Hobarton im damaligen Van Diemen’s Land (heute Hobart in Tasmanien) fanden 1841 statt, 1852 folgten solche in Fremantle in Westaustralien und 1854 am ersten Observatorium in Melbourne in Victoria. Der britische Ingenieur und Astronom Sir Charles Todd (1826−1910) war verantwortlich für den Ausbau von Überland-Telegraphen-Verbindungen in Südaustralien. Er erkannte die Bedeutung meteorologischer Beobachtung und veranlasste 1855 seine Betreiber der Telegraphenstationen, meteorologische Beobachtungen zu übermitteln. So entstand ein erstes Messnetz. In Victoria wurden erste Wetterbeobachtungen 1854 aufgezeichnet. Ab 1856 wertete der aus der bayerischen Pfalz stammende Geophysiker und Polarforscher Georg von Neumayer (1826−1909) am Flagstaff-Observatorium in Melbourne Schiffslogbücher aus, um aus diesen Daten die optimale Schiffsroute zwischen Europa und Australien zu finden. Im Northern Territory folgten erste tägliche Aufzeichnungen in Port Darwin (heute Darwin) ab 1869. Ab 1870 erfolgte die Kommunikation standardisierter Wetterberichte in allen Kolonien mittels Telegraphie. 1877 wurde die erste Wetterkarte in der Zeitung Sydney Morning Herald veröffentlicht. Zwischen 1887 und 1903 betrieb der britische Meteorologe C



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