Thema des Tages: Von der Feder zur digitalen Analyse - Die Wetterkarte Teil 1


Datum 28.10.2026



Bei einem Streifzug durch die Gänge des Seewetteramtes in Hamburg fällt einer Meteorologin sofort die eingerahmte Wetterkarte aus dem Jahr 1867 auf. Es erinnert an die Anfänge der systematischen Wetteranalyse. Bis heute werden täglich solche Karten erstellt. Das Erscheinungsbild hat sich jedoch im Laufe der Zeit immer wieder geändert.

Am 16. Februar 1876 erschien an der Deutschen Seewarte in Hamburg die erste täglich herausgegebene Wetterkarte Deutschlands. Ein Blick auf die historische Karte macht deutlich, wie überschaubar das Beobachtungsnetz damals noch war. Die Wetterdaten wurden bereits per Telegraf übermittelt; eine technische Revolution, die es überhaupt erst ermöglichte, Beobachtungen aus verschiedenen Regionen zeitnah zusammenzuführen. Doch schnell bedeutete nicht automatisch sofort. Die eingehenden Daten mussten zunächst gesammelt und anschließend von Hand in die Karte eingetragen werden. Bis eine vollständige Wetterübersicht vorlag, verging daher einige Zeit.

Die erste tägliche Wetterkarte herausgegeben am 16. Februar 1876 von der Deutschen Seewarte. (Quelle Deutscher Wetterdienst (DWD))

Die erste tägliche Wetterkarte herausgegeben am 16. Februar 1876 von der Deutschen Seewarte. Quelle: Deutscher Wetterdienst

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Die Karte zeigte bereits Isobaren, also Linien gleichen Luftdrucks. Sie waren in Abständen von fünf Einheiten eingezeichnet. Anders als heute wurde der Luftdruck damals häufig in Millimetern Quecksilbersäule, oder auch Torr genannt, angegeben. Die Bezeichnung Torr geht auf den italienischen Physiker Evangelista Torricelli zurück, der wichtige Grundlagen für die Entwicklung des Barometers schuf. Ein Standardluftdruck von 760 Millimetern Quecksilbersäule entspricht ungefähr 1013,25 Hektopascal.

Eine zweite Karte ergänzte das Bild des Wettergeschehens. Darauf fanden sich Isothermen, also Linien gleicher Temperatur, die 24-stündigen Niederschlagsmengen der Messstationen sowie Angaben zur Höhe des Seegangs. Letztere stammten von Schiffen, die auf Nord- und Ostsee unterwegs waren. Schon damals ging es also nicht nur darum, das Wetter an Land abzubilden



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