Thema des Tages: Westeuropa blockiert erneut


Datum 19.09.2026



Über Westeuropa baut sich zum Beginn der kommenden Woche ein kräftiges und blockierendes Hochdruckgebiet auf, das weiten Bereichen Spaniens und Südfrankreichs heißes Spätsommerwetter bringen dürfte. Doch wie kommt es zu dieser Entwicklung und was sind die Auswirkungen u.a. auch bei uns in Mitteleuropa?

Frankreich kommt und kommt nicht zur Ruhe. Nach dem heißesten Sommer seit Messbeginn mit drei Hitzewellen (u.a. mit der intensivsten und längsten Hitzewelle, die dort jemals beobachtet wurde) geht es nun auch im September besonders im Süden von Frankreich heiß weiter. Dies war dort auch Anfang September ein Thema, wo es u.a. einen neuen nationalen Temperaturrekord für diesen Monat in Durban Corbieres gab: 40.8 Grad Celsius am 4. des Monats. Nun steht zum Ende des Monats erneut eine kräftige Blockierungslage ins Haus, die wohl weniger durch die bodennahen Temperaturspitzen auffallen dürfte, sondern eher durch ungewöhnlich hohe Geopotenzialabweichungen in der Höhe (500 hPa, rund 5.5 km über Grund).

Die Entwicklung von blockierenden Antizyklonen fällt unterschiedlich aus und sorgt als ein vom Normalzustand abweichendes Ereignis innerhalb der Wettermodelle auch in der heutigen Zeit immer wieder für Probleme bei der (Früh)Erkennung.
Im heutigen Thema des Tages betrachten wir eine dieser Herangehensweisen, um eine günstige Hintergrundbedingung für die Entwicklung von blockierenden Antizyklonen rechtzeitig zu erkennen: die sogenannte "duale Jetkonfiguration".
Am besten lässt sich das am aktuellen Beispiel mit Hilfe einer einleitenden und erklärenden Abbildung darstellen.

Abweichungen der Meeresoberflächentemperatur (Quelle DWD und ECMWF)

Abbildung 1: Übersicht der Abweichungen bei den Meeresoberflächentemperaturwerten.

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Auf dieser Abbildung erkennt man in der farblichen Flächendarstellung die Anomalien der Wasseroberflächentemperatur und mit blauen und pinken Pfeilen jeweils die Lage des Polarfront- und Subtropenjets.
Der Polarfrontjet, der in diesem Sommer besonders zum Beginn von unterdurchschnittlicher Intensität war, hat deutlich an Kraft gewonnen und liegt mittlerweile nahe am 90-iger Perzentil bezüglich der 78-25 Klimatologie. In unserem Fall sorgt aktuell eine temporäre südliche Verlagerung des Polarwirbels in der Troposphäre in Richtung Grönland für eine kräftige Intensivierung des Polarfrontjets. Zusätzlich erfasste eine beständige "Rex-Blockierung" (bzw. Hoch-über-Tief Blockierung) über dem nordöstlichen Pazifik die Meeresgebiete vor Baja California, wo eine marine Hitzewelle andauerte (schwarze Box mit SST - Abweichungen von +3 bis 4 Grad). Diese energiereichen Luftmassen wurden in der Folge nordostwärts in Richtung des Polarfrontjets geführt, was diesen weiter angefacht hat.

Man sieht aber auch, dass hier der Subtropenjet eingezeichnet wurde, der aktuell positive Anomalien bei der Windgeschwindigkeit aufweist, die vom tropischen östlichen Pazifik ausgehend sich über die südliche Karibik bis nach Nordafrika ausdehnen. Die positiven Anomalien gehören zu dem sich weiter intensivierenden El Nino, der nach der jüngsten Vorhersage des Klimavorhersagezentrums der NOAA im Zeitraum Oktober bis Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 % Werte um oder über den bisherigen Rekordwerten bezüglich der Intensität aufweisen soll. Die komplexe dynamische Kopplung dieser Warmwasseranomalie mit dem Subtropenjet wird der Übersicht wegen nur kurz skizziert: mit zu warmen Wasseroberflächentemperaturen wird die Konvektion im tropischen Sektor des Ostpazifiks forciert, was wiederum die Hadleyzelle (siehe: Thema des Tages vom 5. Februar 2019) anfacht, an deren Nordrand gelegen der Subtropenjet mehr Dynamik erhält.

Das ist bereits die gesamte Ausgangslage für eine sogenannte "duale Jetkonfiguration": ein ungewöhnlich kräftiger Polarfront- und Subtropenjet und zwischen beiden ein Bereich mit geringer Westwinddrift, der sogenannten "trap zone". In diesem Bereich sind die Hintergrundbedingungen förderlich für stagnierende Rossby-Wellen (günstig für meridionale Wellenvergrößerung mit anschließendem Wellenbrechen in quasi-stationäre Hoch-, oder Tiefdruckgebiete). Diese duale Jetkonfiguration kann für eine gewisse Zeit selbsterhaltend sein, in dem z.B. synoptisch-skalige Wettersysteme, die in so eine duale Jetkonfiguration hineinlaufen regelrecht auseinandergerissen werden und das stagnierende Wellenmuster stützen (fachlich unter "eddy-straining mechanism" bekannt). Doch wenden wir uns nun der aktuellen



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