Synoptische Übersicht - Kurzfrist

ausgegeben am Freitag, den 19.04.2019 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: HF a

Keine markanten Entwicklungen, einfach nur schönes Osterwetter.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC

Freitag... hält sich die seit längerem andauernde Blockierungslage weiter an. Ein Zentrum des Skandinavienhochs verlagert sich nach Südschweden bei insgesamt etwas fallendem Druck im Bereich des Hochs. Das Höhenhoch bildet ein Zentrum über dem Nordosten Deutschlands aus, während sich eine schwache Rinne mit niedrigem Geopotenzial von Benelux bis nach Italien zieht. Am Boden spiegelt sich das lediglich in zyklonal gekrümmten Isobaren an der Südwestflanke des Hochs wieder. In dieser Rinne wird etwas "feuchtere" Luft von Südwesten her einbezogen. Nennenswerte Hebung wird aber nicht erwartet und lediglich durch den Tagesgang labialisiert die Luftmasse im Südwesten etwas, wodurch sich etwa 500 bis 1000 J/kg ML-CAPE aufbauen kann. Die Labilität kann dann mit Hilfe der Orografie auch ausgelöst werden. Da die Troposphäre aber oberhalb von 800 hPa sehr trocken ist, werden die Aufwinde durch Entertainment trockener Umgebungsluft stark geschwächt. Somit halten sich sämtliche Lokalmodelle bezüglich Gewitter sehr zurück. Allenfalls im Schwarzwald sind nachmittags dichtere Quellwolken zu erwarten, die Schauer und eventuell auch kurze Gewitter bringen. Das Starkregenpotenzial ist trotz der langsamen Verlagerung auf Grund der Kurzlebigkeit der Zellen sehr gering.

Ansonsten bleibt es bei Zufuhr trocken-warmer Festlandsluft weitestgehend wolkenlos. Der östliche bis nordöstliche Wind frischt im Tagesverlauf wieder böig auf, wird aber nicht mehr so kräftig wie gestern. Lediglich in einigen exponierten Lagen im Südosten, wie im Bayerischen Wald, Böhmerwald sind einzelne starke Böen um 50 km/h nicht ausgeschlossen. Bei 850-hPa-Temperaturen von bis zu 8 °C und guter Durchmischung kann im Westen mit Höchstwerten über 25 °C der 1. Sommertag des Jahres auftreten. Die Nacht verläuft überall klar. In den Nordosten gelangt mit schwachem, mehr auf Nord bis Nordost drehendem Wind noch etwas trockenere und kühlere Luft, sodass dort die Frostgefahr wieder etwas ansteigt. MOS-MIX und SuperHD rechnen dort Tiefstwerte örtlich unter 0 °C. Ansonsten tritt im Nordosten und Osten gebietsweise Bodenfrost auf, während nach Westen hin die Minima teilweise bei 10 Grad liegen.

Samstag... gliedert sich der schwache Trog dem Höhentief über Südwesteuropa und Nordwestafrika an, mit Zentrum nahe der Straße von Gibraltar. Damit zieht sich das etwas niedrigere Geopotential nach Südwesten zurück, was dann auch für die labile Luft gilt, die im Tagesverlauf nur noch im äußersten Südwesten und am Alpenland vorhanden ist. Das Gewitterpotenzial ist dabei geringer als heute, wahrscheinlich tut sich auf deutschem Gebiet nichts mehr und eventuelle Schauer und Gewitter spielen sich inneralpin ab.

Vom eigenständigen Höhenhoch ist auch nichts mehr zu sehen, es verschwindet im Höhenrücken über der Nordsee. Der Zufuhr der trocken-warmen Luft von Osten her tut das aber keinen Abbruch, da der hohe Druck nördlich von uns erhalten bleibt, in Form einer nunmehr langgestreckten Hochdruckzone vom Atlantik bis zur Ostsee.

Damit zeigt sich auch das Wetter bei uns weitgehend unverändert. Bei vielfach ungehinderter Einstrahlung werden meist Höchstwerte von 20 bis 26 °C erreicht. Nur in den Nordosten wird etwas kühlere, und sehr trockene Luft geführt, was von Nordsee bis nach Vorpommern und ins nördliche Brandenburg nur Maxima von 16 bis 20 Grad zulässt. Über den äußersten Osten können auch einige hohe, vielleicht auch mittelhohe Wolken ziehen, die in der nördlichen Höhenströmung über Osteuropa nach Süden driften. Da auch der, ohnehin nicht gerade üppige, Gradient weiter aufweicht, gibt es keine warnwürdigen Böen.

In der Nacht zum Ostersonntag ist im Norden und Nordosten wieder örtlich Frost und Bodenfrost möglich, sonst bleibt es wolkenarm und warnfrei. In Hochlagen des Südwestens zieht der östliche Wind etwas an.

Sonntag... beginnt ein Trog über dem Nordostatlantik Tuchfühlung aufzunehmen mit dem Höhentief über Südwesteuropa. Darunter fällt der Druck am Boden, während sich östlich davon ein Keil von Italien nach Mitteleuropa aufwölkt. An dessen Ostflanke wiederum läuft ein Kaltlufttropfen vom Baltikum nach Südostpolen ab. Dieser beeinflusst uns aber nicht, so dass bei uns am Rand des nunmehr über Osteuropa liegenden Bodenhochs das sonnige und trockene Wetter andauert. Schwache Labilität am Alpenrand sollte auch dort nicht für die Bildung von Schauern ausreichen. Die Temperatur steigt auf 20 bis 26 Grad, ganz im Norden, von Schleswig-Holstein bis Vorpommern auf 16 bis 20 Grad. Der Ost- bis Nordostwind erreicht in Böen lediglich Stärke 5 bis 6.

Die Nacht zum Montag bringt keine Änderungen. Bei geringer Bewölkung kühlt es ab auf 10 bis 2 Grad. Im Mittelgebirgsraum ist vereinzelt leichter Frost nicht ausgeschlossen.

Modellvergleich und -einschätzung

Es gibt keine relevanten Unterschiede.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner